Zuhause ist, wo wir zusammen leben

Zuhause ist, wo wir zusammen leben

Soziale Infrastruktur ausbauen – vor Ort, offen und zugänglich

Die soziale Infrastruktur muss deutlich gestärkt werden. Stadtteilzentren und Begegnungsorte für Jung und Alt müssen ausgebaut, die Sozialarbeit aufgestockt und die Bürger*innenberatung vor Ort und online erweitert werden. Auch in Krisenzeiten braucht es verlässliche Informationen und Hilfe in möglichst vielen Sprachen.

Wohnen ist Menschenrecht

Das Menschenrecht auf angemessenes Wohnen ist sowohl in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ als auch im UN-Sozialpakt verankert. Dies sind keine unverbindlichen Absichtserklärungen. Sie garantieren allen Menschen Rechte, die kein Staat gefährden darf bzw. deren Einhaltung ein Staat sicherstellen muss.

Wohnen für Alle: sozial, bezahlbar, öffentlich

Während immer mehr Menschen von ihrer Arbeit schlecht oder gar nicht mehr leben können, steigen vielerorts die Mieten und überall die Nebenkosten. In Aachen, aber auch in immer mehr Kommunen des Altkreises, ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für viele Menschen zu einer existenziellen Frage geworden. Große Teile der Innenstadt werden von privaten Investor:innen für Besserverdienende bewirtschaftet. Gleichzeitig fallen immer mehr preiswerte Wohnungen, die einst mit Steuergeldern gebaut wurden, aus der Sozialbindung. Menschen mit wenig Geld werden im wahrsten Sinne des Wortes an den Rand verdrängt. Bodenspekulation ist einer der wesentlichen Kostentreiber bei den Mieten!

Die Stadt muss das städtische Vorkaufsrecht konsequent nutzen, um wieder an mehr Baugrundstücke für den preisgebundenen Wohnungsbau gelangen und entschieden gegen Leerstand und brachliegende Baugrundstücke vorgehen.

Die Linke sieht die Städte aber auch in der Pflicht, wieder selbst zu bauen und ihren Wohnungsbestand kontinuierlich zu erhöhen. Wohnungen im kommunalen Eigentum sind ein wesentliches Gegengewicht zum privaten, gewinnorientierten Wohnungsmarkt.

  • Barrierefreies Wohnen muss für alle Gruppen selbstverständlich und bezahlbar sein.
  • Ausbau von Studierendenwohnheimen muss vorangetrieben werden, damit Studierende nicht in überteuerten WGs landen oder in Notunterkünfte gedrängt werden.

Niemand darf ohne eine Wohnung sein

Obdachlosigkeit ist ein politisch lösbares Problem. Mit dem Housing-First-Ansatz gibt es ein erprobtes Modell, das nicht auf Notschlafstellen, sondern auf dauerhafte Wohnungen mit begleitender, freiwilliger Unterstützung setzt. Wir brauchen deutlich mehr Wohnungen als die wenigen, die aktuell zur Verfügung stehen. Unabhängig davon muss aktuell auch eine ausreichende Infrastruktur an Notschlafstellen bereitgestellt werden. Wir fordern deshalb, dass so bald wie möglich wieder eine Notschlafstelle für Minderjährige eingerichtet wird.

Regionale Stadtentwicklung – kooperativ statt konkurrierend

Stadtentwicklung endet nicht an der Stadtgrenze. Unsere Städte Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie die Gemeinden Roetgen und Simmerath brauchen eine solidarische Region.

  • Kooperation mit der Städteregion Aachen und dem Umland statt Standortwettbewerb
  • Integrierte ländliche Entwicklung: Mobilität, Nahversorgung, digitale Anbindung sichern
  • Stärkung regionaler Verbünde statt Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt

Moderne Stadtentwicklung und öffentlicher Raum

Aufwertung des öffentlichen Raums: Öffentliche Plätze und Bürgerzonen sollen alles bieten, was das Leben lebens- und liebenswert macht:

  • Dritte Orte: Neben vielfältigen Angeboten für Kinder (wie Spielplätze) brauchen wir Jugendkulturzentren, offene Bürger*innenzentren, Bibliotheken und Volkshochschulen.
  • Flexible Aufenthaltsorte: Statt defensive Architektur zu installieren – also z. B. Sitzbänke mit sperrenden Armlehnen, schmalen Stufen oder abgegrenzten Flächen – fordern wir öffentlich zugängliche, barrierefreie und ansprechende Aufenthaltsräume, in denen sich alle Menschen willkommen fühlen.
  • Urbanes Grün und Infrastruktur: Mehr Bäume, Trinkwasserspender, Sitzmöglichkeiten und Begegnungszonen in Parks und auf Bürgersteigen tragen dazu bei, sowohl die Luftqualität zu verbessern als auch Abkühlungszonen zu schaffen.
  • Wasser zurück in die Orte: Wir fordern die Freilegung von Bachläufen. Aktive Brunnen sollen erhalten werden und stillgelegte Brunnen reaktiviert werden

Kultur und Demokratie vor Verdrängung schützen: Leerstände, beispielsweise auf Einzelhandelsflächen, sollen nicht dem unsubventioniertem Markt, sondern kulturellen und bürgerschaftlichen Aktivitäten zugutekommen – hierdurch sollen aus bislang ungenutzten Arealen attraktive Kultur- und Bürgerzentren entstehen. Jedes Viertel braucht einen zentralen Treffpunkt, an dem die Bürger*innen zusammenkommen und Demokratie aktiv gelebt wird. So wird nicht nur der städtebauliche Raum aufgewertet, sondern auch das Zusammenleben und die demokratische Teilhabe gestärkt.

Sport für die breite Masse

Sport ist wichtig für die Gesellschaft. Er bringt Menschen zusammen und fördert Gesundheit, Kommunikation und Integration. Wir wollen Angebote für alle: für Kinder, für Schüler*innen, für Erwachsene und für Senioren. Viele Menschen sind Mitglied in einem Sportverein oder betätigen sich sportlich. Insbesondere der Vereinssport ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens.

Die Kommunen müssen geeignete Sportstätten bereitstellen. Diese sollen inklusiv und geschlechtergerecht gestaltet sein. Sporthallen und Sportplätze müssen wohnortnah und flächendeckend vorhanden sein. Wir fordern für alle Städte und Gemeinden der Städteregion Aachen erreichbare Schwimmbäder und ausreichend Schwimmkurse, um allen Kindern das Schwimmen zu ermöglichen. Diese Angebote für den Breitensport erscheinen uns wichtiger als Großprojekte wie eine Olympiabewerbung.

Innenstädte neu denken – Vielfalt statt Einheitsbrei

Innenstädte leben von Vielfalt der Menschen und der Ideen: Alt steht neben Neu, Ladenlokale neben Cafés und Begegnungsstätten neben Shopping-Centern. Wir wollen, dass kleine unabhängige Läden gestärkt werden. Wir brauchen weniger Einheitsbrei von Großkonzernen und mehr Individualität in unseren Innenstädten. Das Kaufverhalten der Menschen hat sich gewandelt und der Onlinehandel wird in absehbarer Zeit nicht mehr verschwinden. Der Rückzug des stationären Handels bietet aber auch Chancen, neu darüber nachzudenken, wie wir unsere Innenstädte nutzen. Wir wollen Zentren, in denen Kommerzinteressen in den Hintergrund treten und die ein Ort voller Leben sind, an dem man sich gerne aufhält.

Anschrift

Die Linke
Kreisverband Städteregion Aachen
Augustastraße 69
52068 Aachen